Theater Niederbarkhausen


SPRECHTHEATER NIEDERBARKHAUSEN

Unabhängiges Privattheater in Leopoldshöhe

 

Leitung: Dr. Fritz U. Krause & Katrin V. Kwapich

Theater für kulturelle Evolutionsexperimente

Theater für poetische Weiterverarbeitung

Theater für demokratisch-anarchische Diversität

Theater für digitale Humanität

Spielort auf GUT NIEDERBARKHAUSEN 

Eigentümer: Hubertus von Daniels

Barkhauser Weg 22

33818 Leopoldshöhe

 

 



Theater Niederbarkhausen 

fritzudokrause-theaterniederbarkhausen.de

 

Aufklärung - Verklärung Abklärung Überklärung. 

 

 

 

 

PRESSEMELDUNG

NEUE WESTFÄLISCHE am 28.12. 2020.       G. Held

Das Theater Niederbarkhausen ist auf dem gleichnamigen Gut zuhause.

Dort werden Stücke gezeigt, die auf einem hohen Niveau angesiedelt sind.

Das Theater als Ort der Gesellschaftskritik

 

Leopoldshöhe. Das, was Fritz Udo Krause auf dem Gut Niederbarkhausen betreibt,

ist selbst mit dem Wort Enthusiasmus nur unzulänglich beschrieben.

Vor mehr als 20 Jahren gründete er eine Laientheatergruppe

und benannte sie 2013 nach dem Gutshof Niederbarkhausen.

Die Laiendarsteller entwickelten sich und mittlerweile lässt sich ohne Übertreibung sagen,

dass das Theater Niederbarkhausen eine hohe Qualität erreicht hat.

Das Ensemble umfasst 15 Darsteller, die nach Bedarf eingesetzt werden.

Und auch die Stücke sind jenseits dessen, was man bei einem Laientheater erwartet.

Sie sind in hohem Maße gesellschaftskritisch.

Sprachlich ungemein ausgefeilt, mit intellektuellen Texten bringt Krause, der viele der Stücke selbst oder,

seit mehr als 30 Jahren, mit der Co-Autorin Katrin Valeska Kwapich geschrieben hat,

die Gesellschaftskritik mit dem Florett an. Holzhammermethoden?

Nein, so etwas wäre bei Krause nicht vorstellbar.

Doch die Stücke sind kein theoretisches Theater.

Krause legt Wert darauf, dass die Produktionen sinnlich, musikalisch und unterhaltend sind.

Dass sie trotzdem den Nerv der Zeit treffen, unbequem sind, weil sie zum Nachdenken geradezu auffordern,

zeigt das Stück „Smarte Rekrutierung“ aus dem Jahr 2019.

Basierend auf der Wortkunst des Dichters und Dramatikers August Stramm,

der im September 1915 nach 70 überstandenen Gefechten fiel,

wird die Anti-Kriegsthematik deutlich aufgezeichnet.

So deutlich, dass Krause nach der Aufführung des Stückes Droh- und Hassbotschaften im Internet bekam.

„Das ficht mich nicht an“, sagt er. „Nach einigen Wochen waren die Kommentare wieder gelöscht.“

„Mir macht es Freude, Dinge zu gestalten“, sagt Krause.

Und im Gespräch entsteht leicht der Eindruck, dass es Krause zu einem großen Teil darum geht,

die Darsteller sich entwickeln zu lassen.

Stücke fernab des Mainstream zu spielen, sei ihnen nur möglich,

weil sie das Theater aus der Kommerzialisierung herausgenommen haben.

Die Kunst und der Dienst an der Kunst stehen für Krause und die Theatergruppe ganz oben.

Ganz bewusst setzen sie ein Zeichen gegen die zunehmende Abwertung der Kunst

und verzichten auf Eintrittsgeld für die Aufführungen.

„Kultur ist harte Erarbeitung ästhetischen Lebens und bleibt zudem brotlos“, sagt Krause.

Hoffen auf ein Wiedererwachen des Kulturlebens.

Natürlich sind in dieser Zeit auch beim Theater Niederbarkhausen die Corona-Schutzverordnungen

schmerzlich zu spüren. Die Probenarbeit ist gänzlich zum Erliegen gekommen.

Die Darsteller lernen ihre Rollen zuhause, jeder für sich.

Das neue Stück ist eigentlich ein altes, denn „Zahltag – Der Tod setzt auf Gewinn“

hat Krause bereits vor einigen Jahren geschrieben.

Die Regie für die Inszenierung in der Remise des Gutes Niederbarkhausen führt Petra Plake.

Die Wahl von Plake als Regisseurin soll dem Stück „mehr Weiblichkeit, mehr Empathie geben“.

Es ist die tragisch-komische Geschichte eines vorausgesagten Todes, ja sogar des Sterbetages.

Der Protagonist bekommt von einer Wahrsagerin das Datum seines Ablebens genannt. 

Und mit der Bekanntgabe dieses Wissens setzt „die Vermarktung eines sonst so erhabenen Ereignisses ein“,

sagt Krause. Alle Sterbeprofiteure geben sich ein Stelldichein:

der Arzt, die Sterbedesignerin, der Bestatter,

der Lebens-Coach

und der Lehrer fernöstlicher Weisheit.

Aber auch die Mutter des Protagonisten, die kontrapunktisch verärgert ist,

weil sie um die Aufmerksamkeit des eigenen Todes fürchtet.

Da ist aber auch die sehr viel jüngere Ehefrau des Protagonisten,

die auf der einen Seite die Skurrilitäten ihres morbid-senilen Mannes aushält

und doch hinter der Maske fürsorglicher Beflissenheit auf des Gatten Ende wartet.

Diese Todeserwartung durchlebt sie als Dessous-Party und Altenpflege.

Und dann kommt er, der befürchtete und gleichzeitig ersehnte Todestag – und geht vorbei.

Der Todgeweihte, körperlich noch sehr fit, erlebt Sein, Sollen und Werden in komischer Tragik.

Die Profiteure des Todes sehen sich um ihr Geschäft gebracht.

 

Das zweite Stück, das sich gerade im Entstehungsprozess befindet,

ist ein Schauspiel zur politischen Erinnerungsarbeit an das Werden der Demokratie

und ihre Republikanisierung in Deutschland mit Konsequenzen für die Gegenwart.

Autorin ist Katrin Valeska Kwapich, Lateinlehrerin an der Felix-Fechenbach-Gesamtschule.

"Es ist die Erinnerung an die Stunde Null unserer Demokratie,

an die Zivilisierungsanstrengung der experimentellen Demokratie zur Ausbildung einer menschengemäßen Republik“,

Festgemacht wird das in dem Stück an den so gegensätzlichen Brüdern Heinrich und Thomas Mann.

Heinrich, der lebenslustige, lebenshungrige Part

und Thomas, der faustisch aufbrausende, unbeherrschte Part.

 

Bezogen auf die jetzige pandemische Krise erklärt Krause:

„Man kann jetzt gut sehen, wie Demokratie funktioniert.

Der "Kompromiss" ist der zentrale Gedanke einer Demokratie.

Und eine Demokratie reagiert auf Situationen und nicht auf einzelne Führerpersönlichkeiten.“

 

Ein genauer Termin für die Aufführungen ist noch nicht geplant. Krause sagt:

„Die neuen Schauspiele werden – hoffentlich – Kinder des wiedererwachenden Kulturlebens 2021.“

 

Neueste Produktion:

Das Theater Niederbarkhausen

zeigt folgende Produktionen an:

Kwapich / Krause 2022:  Georg Weerth, Politisches Schauspiel

Kwapich / Krause 2022:  Alles Gut!  Politisches Schauspiel

Krause 2021: Gemeinwohl anarchisch denken. Manifest stetiger Einbürgerung

Essay.  170 Seiten (im Druck)

2021

Das Theater Niederbarkhausen 

zeigt das Schauspiel

ZAHLTAG ... mehr Tod ist nicht

zur Zeit keine Proben! 

 Regie 

PETRA PLAKE

Autor

FRITZ U: KRAUSE

 

Das theaterniederbarkhausen spielt "Zahltag ... mehr Tod ist nicht".

nach einer Idee von Tomas Svoboda (Detmold).

 

Das Sprechtheaterstück bringt  Nachtkultur-Ansichten eines vorausgesagten Sterbetages.

Eine Wahrsagerin hat den kalendarischen Todestag eines Mannes genannt; allerdings ist das TodesJahres vergessen worden.

Das  bringt alle Jahre wieder kulturabsurde Verrücktheit in die Lebenswirklichkeit dieses Mannes.

 

Sterbeprofiteure geben sich ein Stelldichein:

der Gebührenordnungsziffern häufende Arzt,

die Nerven blanke Ehefrau

die Einfälle aufschäumende Sterbedesignerin,

der Dekor honorige Bestatter, 

der Gesprächs flotte Lebenscoach,

der asiatische Weisheitslehrer,

die Mutter des "Sterbenden" mit dem matriarchaischen Anspruch, vor dem Sohn abzutreten

u. a.

 

Jedes jährlich neu vermutete Sterbedatum erweist sich als fraglich.

Die  hormonell  jüngere Ehefrau muss die damit verbundenen Skurrilitäten ihres senilen Ehemanns durchpflegen.

Jedes Jahr hofft sie neu - aber vergebens - auf das Ende ehelicher Zumutungen.

Bänkelgesang bringt die absurde Atmosphäre auf poetisch sentimentalische  Distanz.

 

Der eigentliche Anlass real-existenzieller Trostlosigkeit wird zur Sterbe-Geschäftigkeit. 

Es ergibt sich das Bild unbeholfener Sinngebung. Der sinnleer  werdende Sterbetag gerät

zum Zerrspiegel sinnleerer Tagesgeschäftigkeit überhaupt.

Der "Sterbende" irrt zwischen Sein, Sollen und Warten mit Männerdumpfheit umher.

Seine Ehefrau durchlebt die Spanne zwischen weiblich quietschender Dessous-Party

und geschlechtslos resignativer Altenpflege.

Dick umrahmt wird alles

von der Lästigkeit der Sterbebegleiter, die "wie Fliegen auf der Leiche" sitzen.

 

Die Zuschauer erleben ein heikles Lebensthema, sehr nahegerückt und zugleich mit dem Abstand

zivilisierend künstlerischer Einsicht.

 

 

 

 

Heinrich Jürgen-Behring

Ehemann.

Auf der Suche nach seinem letzten Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehefrau begeistert bei der täglichen Altenpflege.

Petra Plake in "Zahltag" (2009)

 

 

 

 

"Smarte Rekrutierung"

   Schauspiel

2019 abgespielt:

Im Jahr 2019 hatten wir den künstlerischen Mut, die Schande einer Kultur, die jedes Militär darstellt, mit der pragmatischen Notwendigkeit, mit der jedes Militär sich rechtfertigt, in eine deutliche Beziehung zu setzen: 

ABGESPIELT

Etwa 450 Zuschauer*innen haben unser Schauspiel gesehen.

Das bedeutet: Jede Veranstaltung war ausverkauft.

Wir haben eine Zusatzveranstaltung eingerichtet.

Die Presse hat sehr gute Berichte geliefert.

Es war ein poetischer Beitrag zum politischen Frieden.

Die Wiederbelebung expressionistischen Theaters ist gelungen.

Wir sind erfreut über die künstlerische Art eines zivilen Friedensbeitrags.

Unsere Bücher zum Schauspiel haben fachliches Interesse gefunden.

(Sie sind weiterhin lieferbar.)

Wir danken!

 

www.veranstaltungen-lippe.de

Das angekündigte Buch ist in zwei

Fassungen erschienen:

 

(1)

 Fritz U. Krause  Katrin V. Kwapich

Smarte Rekrutierung / Schauspiel

Künstlerische Kontextualisierung / Essay

Theater Niederbarkhausen 2019

€ 10,00

 

(2)

Kwapich / Krause

Smarte Rekrutierung

Inszenierungstext

2019

€ 5

 

Bestellung:

Dr. F.U. Krause

Barkhauser Weg 22 

33818 Leopoldshöhe

edusei-krause@t-online.de

05202 159938

 

                     Weitere Bücher nach 2000 fürs Theater:

              F.U. Krause : Verehrung und Distanz.  2001. (zu Grabbe)               

              K. V. Kwapich : Schwester Wolke Bruder Mond.  2013 (politisches Schauspiel)

              Krause : Don Juan Donna Anna Faust. 2014 (Schauspiel-Adaption. Grabbe)

              Krause : Eine Poetik der Weiterverarbeitung.  2014  (Essay zur künstl. Adaption)

              Krause / Kwapich : Ich habe dich gewählt unter allen Sternen.  2015  (zu Lasker Schüler)              

              Krause / Kwapich : Schöne Aussicht.  2017  Politisches Schauspiel / Essay

              Krause / Kwapich : Smarte Rekrutierung. Lyrisch-politisches Schauspiel /

                                                Künstlerische Kontextualisierung. Essay.  2019 

              Kwapich / Krause : Smarte Rekrutierung Schauspiel. Inszenierungstext (2019)

              Krause : Gemeinwohl anarchisch denken. Essay (2021)

             Krause / Kwapich:  Alles  gut! Politisches Schauspiel (2022)

             Kwapich / Krause:  Georg Weerth. Politisches Schauspiel (2022)

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Milieustudie Frauenstatus 1915 Berlin zu "Smarte Rekrutierung"

Milieustudie Frauenstatus 2019 Bundeswehr

-- 

Kunstproduktion

als Staffelung des Zugriffs

 

 Ein AUTOR` nutzt gegebenes MATERIAL und produziert

mittels seiner künstlerischen Konzeptionalisierung

ein THEATERSTÜCK.

Das Theaterstück gehört dem Autor.

 

Ein REGISSEUR` nutzt die Mehrdeutigkeit des Stücks und produziert

mittels seiner künstlerischen Konzeptionalisierung

eine ideelle AUFFÜHRUNG.

Die  ideelle Aufführung gehört dem Regisseur`.

 

Die SCHAUSPIELER` nutzen die ideelle Aufführung und produzieren

mittels ihrer künstlerischen Konzeptualisierung

eine reale AUFFÜHRUNG.

Die reale Aufführung gehört den Schauspieler`n.

 

Die ZUSCHAUER nutzen die reale Aufführung und produzieren

mittels ihrer künstlerischen Konzeptualisierung

ein wirkungsträchtiges THEATERERLEBNIS.

Das Theaterstück gehört den Zuschauer`n.

 

 Das perspektivische KÜNSTLERISCHE KONZEPTUALISIEREN ist der schöpferische Prozess.

WIRKUNG ist sein Ziel. Alle Beteiligten tragen ihre künstlerische Verantwortung für das Gelingen.

Kunst kennt keinen Konsum.